Silikone – Plastik zum Cremen

 

Faltenfreie Haut, glänzende Haare und  Make-up, das den ganzen Tag hält. Das verspricht uns die Werbung mit seidigen Silikonen.
Zu schön um wahr zu sein?
Ja, leider, denn Silikone sind ein weiterer Inhaltsstoff in unserer Kosmetik, der ähnlich wie Paraffine verantwortlich ist für diverse Hautstörungen.

Mit diesem Artikel versuchen wir offenzulegen warum Silikone eingesetzt werden und wieso sie mehr als bedenklich sind.


Was sind Silikone?
Silikon ist ein vollsynthetischer (künstlicher) Stoff aus dem Chemielabor, eine anorganisches chemische Verbindung auf Siliziumbasis (Halbmetalle). Silikone werden ähnlich wie Paraffine als Ölersatz, Feutigkeitsspender, Weichmacher und Entschäumer eingesetzt. In 90% aller Haarspülungen sind Silikone enthalten.
Silikon ist ein Verwandlungskünstler. Es tritt unter verschiedenen Namen auf, und es gibt kaum etwas, was es nicht kann. Dass dieser synthetische Stoff so wandelbar ist, liegt daran, dass er wie Lego funktioniert. Man kann kurzkettige, langkettige oder ringförmige Silikone bauen und beliebig miteinander verzweigen. Deshalb gibt es auch so viele Einsatzgebiete – ob zum Abdichten von Fugen, als Brustimplantat, Kuchenform oder zum Faltenauffüllen.
Silikone sind eine extrem günstige und effiziente Zutat in der Kosmetikbranche, 100kg des Silikons Dimethicone kosten nur 30-50 US$ (Link)

Vorteile der Silikone in der Hauptpflege?
Silikone sind verantwortlich für das geschmeidige Verteilen einer Creme auf der Haut, sie machen sie weich und glatt und erzeugen ein seidiges Gefühl. Anti-Falten-Cremes enthalten oft einen hohen Anteil an Silikon. Sofort nach dem Auftragen der Creme entsteht ein Falten auffüllender Effekt, der das Gesicht jugendlich und glatt erscheinen lässt. Die glättende und anhaftende Wirkung ist ausgeprägter als bei den Mineralölen und Paraffinen. Daher sind Silikone bei Lippenstiften und Make-up ein unverzichtbarer Inhaltsstoff. Nach dem Auftragen verdunsten die feuchten Silikon-Anteile und zurück bleiben feste Pigmente über Stunden haftbar. Neben Make-up kommen Silikone inzwischen auch sehr häufig als rückfettende Substanzen bei Reinigungspräparaten zum Einsatz und verlängern die Dufthaltung in Bodylotions. (Die Haut braucht beim Duschen jedoch rückfettende Substanzen, um ihren Lipid(Fett)mantel nicht zu verlieren. Ohne diesen ist sie angreifbar für äußere Einflüsse sowie Erreger.)

Silikone werden in lokal applizierten Präparaten sehr gut vertragen, führen nicht zu Hautreaktionen und werden als sicher bewertet. Aufgrund der hohen Effizienz sind für den gewünschten Glättungseffekt schon kleine Dosierungen ausreichend. Vor allem die wasserabweisende (hydrophobe) Wirkung bei einem gleichzeitig samtigen Hautgefühl wird vom Verwender als sehr angenehm empfunden. Silikone sind jedoch – wie die Mineralöle – physiologisch nicht am Stoffgleichwicht der Haut beteiligt. Das heißt, dass das angenehme Gefühl NICHT mit einer realen, hautregenerativen Wirkung einhergeht.
Ähnlich wie bei Paraffinen ist die Haltbarkeit der Silikone praktisch unbegrenzt, da sie weder chemisch durch Luftsauerstoff oder Wasser (inert), noch mikrobiologisch
in nennenswertem Umfang angegriffen werden.

Weitere Einsatzgebiete von Silikonen (z.B. Dimethicone)
Dimethicone ist das am häufigsten anzutreffende Silikon innerhalb der Kosmetik. Es ist farblos, durchsichtig, ungiftig, schwer entzündlich (brennt erst bei sehr hohen Temperaturen) und reaktionsträge. Unter der Bezeichnung Dimeticon (INN) wird es als Arzneistoff gegen Gasansammlungen im Magen-Darmtrakt, als Entschäumer bei Tensidvergiftungen (waschbare Substanzen, Emulgatoren), gegen Kopfläuse und zur Gleitbeschichtung beim Großteil aller verkauften Kondome.

Was bewirken silikonhaltige Pflegeprodukte auf meiner Haut?
Ähnlich wie bei Mineralölen und Paraffinen legen sich Silikone als eine kompakte Versiegelung auf die Haut. Sie verursachen einen Abdichtungseffekt, einen wasser- und luftundurchlässigen Film, der die Hautbarriere mit der Zeit stark schwächt. Unter dem Silikonfilm sammelt sich die hauteigene Feuchtigkeit und Hitze, welche eine aufquellende, prall erscheinende Wirkung zu Folge hat, und eine optisch ansprechende Reaktion im Spiegel hervorruft. Doch durch das Abdichten der Haut werden die natürlichen Prozesse an und unter der Haut zunehmend gestört, wie beispielsweise die epidermale Fettsäure-Synthese (komplexes Aufspalten und Umwandeln von hauteigenen Fetten & Fettsäuren) und die natürliche Anregung von Zellwachstum/-erneuerung. Der dabei entstehende niedrige pH-Wert, der die Haut vor äußeren Infektionen durch krankheitsauslösende Keime schützen soll, wird aus der Balance gebracht. Abdichtende Bedingungen durch Silikone und Paraffine verändern somit die Hautflora gravierend.

Werden bei trockener Haut undurchlässige Filme durch silikon- & paraffinhaltige Produkte auf die Haut appliziert, hat dies fatale Folgen. Das Abdunsten der Hautfeuchtigkeit nach außen ( TEWV oder TEWL = transepidermale Wasserverlust) nimmt bei jeder Hautreinigung zu; das direkt unter dem Silikonfilm gestaute Wasser verdunstet sofort und nimmt das Restwasser aus den darunterliegenden Hautschichten gleich mit. Dies deckt sich mit der Erfahrung, dass die BenutzerInnen von stark silikon- & mineralöllastigen Cremes ihre Haut in überdurchschnittlichem Maß als sehr trocken einschätzen, was eine Folge der unterentwickelten Eigenregeneration und des übermäßigen TEWV der Haut bedeutet.

Der Einsatz von Mineralölen und Silikonen in ein und demselben Produkt ist absolut üblich. Die als positiv empfundene, glättende “Pflege”wirkung des aufgetragenen Produkts ist jedoch irreführend. Silikone selbst haben keine Pflegestoffe oder Vitamine, die der Haut zugeführt werden könnten. Wenn man jedoch auf den seidigen Effekt und der guten Verträglichkeit silikonhaltiger Cremes nicht verzichten möchte und diese täglich anwenden möchte, sollte in der INCI Liste Silikone erst in den unteren zwei Dritteln vorfinden (INCI = die Auflistung der Inhaltstoffe auf jedem Produkt, wobei die Aufzählung von am-meisten bis am-wenigsten-enthalten verläuft).

Wasserlösliche und -unlösliche Silikone
Silikone sind primär NICHT wasserlöslich. Wasserlöslich sind Silikontenside.
Diese werden hergestellt durch Anlagerung von Polyethylenoxid (PEG) bzw. Polypropylenoxid (PPG) an z.B. Dimethicone. Das erkennt man im INCI Namen an PEG/PPG-”0/0″-Silikon – 
z.B. PEG/PPG-14/4 Dimethicone.
PEG und PPG sind umstritten wg. ihrer sowohl hautirritierenden Eigenschaften, als auch weil sie aus giftigen krebserregenden Ausgangsstoffen und Erdölderivaten wie Ethylenoxid gewonnen werden.
Desweiteren erhält man Silikontenside auch durch Veresterung von Dimethicone Copolymeren mit Fettsäuren. Erkenntlich im Namen an Dimethicone Copolyol Fettsäurester, z.B. Dimethicone Copolyol Stearate/Acetat/Laurat etc.
Alkyl-Methicone- und Alkyl-Dimethicone Copolyole sind ebenfalls wasserlöslich. Erkenntlich im Namen an Alkyrest+(Di-)Methicone Copolyol, z.B. Laurylmethicone Copolyol oder Cetyl Dimethicone Copolyol.

So erkennt man Silikone in unseren Haut- & Haarpflegeprodukten
Es ist ein Stoff mit vielen Namen. Ein Großteil aller Silikone endet mit der Bezeichnung
“–cone” und “–xane”  am Ende. Die häufigsten Synonyme für Silikon sind:

  • Dimethicone
  • Methicone
  • Polysiloxane

Nicht wasserlösliche Silikone z. B. sind:

  • Dimethicone
  • Cyclomethicone
  • Cyclopentoxilase
  • Dimethiconol
  • Cetearyl methicone
  • Cetyl Dimethicone
  • Cyclopentasiloxane
  • Cyclomethicone
  • Stearyl Dimethicone
  • Trimethylsilylamodimethicone

Bedingt wasserlösliche Silikone:

  • Amodimethicone
  • Behenoxy Dimethicone
  • Stearoxy Dimethicone

Wasserlösliche Silikone z. B. sind:

  • Amodimethicone
  • Polysiloxane
  • PEG/PPG-14/4 Dimethicone
  • Dimethicone copolyol/HWP (Hydrolyzed Wheat Protein)
  • Hydroxypropyl
  • Polysiloxane
  • Hydroxypropyl
  • Lauryl methicone copolyol
  • Trideceth-12

Silikon und die Umwelt
Silikon wird mit umweltgiftigem, chloriertem Kohlenwasserstoff hergestellt. Und da liegt auch das Problem, Silikon ist nicht biologisch abbaubar (wie auch alle Mineralölprodukte). Rund 330 Tonnen Shampoos und Spülungen werden jedes Jahr in Deutschland verkauft, die gemeinsam mit Creme- und Bodylotionresten durch die Abflüsse rauschen und im nächsten Klärwerk landen. Silikone bleiben im Abwasser an festen Partikeln haften, die aus dem Abwasser herausgefiltert werden müssen. Die kleineren gelangen in den sogenannten „Belebtschlamm“. Darin verarbeiten Bakterien die nährstoffreichen Abwasserinhaltsstoffe zu Klärschlamm und Kohlendioxid – normalerweise jedenfalls. Bei Silikon klappt das nämlich nicht, sodass es im Klärschlamm zurückbleibt. Dieser wird zur Hälfte mitsamt dem Silikon darin verbrannt. Die anderen 50 Prozent werden jedoch wegen ihres hohen Stickstoff- und Phosphorgehalts oft als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. So gelangen die Silikonreste in Flüsse, Seen und ins Grundwasser.
Dass die Silikonbelastung durch Kosmetik in den letzten Jahren stark zugenommen hat, merken wir vor allem daran, dass unsere Verbrennungsmotoren für Klärgas nicht mehr wie früher 8000 Stunden, sondern nur noch 3000 Stunden störungsfrei laufen. Wer also die Vorteile von silikonhaltigen Handcremes, Haarwaschmitteln oder Faltenfüllern nutzen möchte, ohne der Umwelt zu schaden, sollte das deshalb maßvoll und gezielt tun.

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Quellen:
Chemie für Dummies, Verlag Wiley-VCH, von John T. Moore
Haut, Haar und Kosmetik, Eine chemische Wechselwirkung – Handbuch für Körperpflegeberufe, Apotheker und Dermatologen, Verlag Hans Huber
Kosmetik-Inhaltsstoffe von A – Z, von Heinz Knieriemen, AT Verlag
http://www.vital.de/artikel/silikon-der-kosmetik
http://www.wellness-for-human.de/unser-thema/pflege-und-kosmetik/index.html
http://www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/inhaltsstoffe/fette-und-oele-kohlenwasserstoffe-in-kosmetika.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Polydimethylsiloxan
http://forum.gofeminin.de/forum/cheveux/__f14702_cheveux-Butter-bei-die-Fische-FAKTEN-uber-wasserlosliche-Silikone-und-Silikone.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/haarpflege-und-frisuren/66574-silikone-in-kosmetik-die-1000-a.html
http://www.suite101.de/content/freie-fettsaeuren-als-hautlipide-in-unserer-haut-a66201
http://de.wikipedia.org/wiki/Siloxane#cite_ref-8

Bilder stammen von www.fotolia.de (eddy02, iv22, Gino Santa Maria, Denise Betak)

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Paraffine – nicht gerade paradiesisch

Warum reden wir heute über Paraffine?
Falten, Pickel, fahle und trockene Haut, Schuppen, Ekzeme, Produktabhängigkeit und zerstörter Selbstschutz der Haut. Paraffine verursachen diese Hauterkrankungen. Im Folgenden werden wir euch erklären wieso.

 

Paraffinhaltige Alltagsprodukte

Wozu Paraffine und Mineralöle?
Paraffine werden in der Kosmetik- und Pharmaindustrie als wasserunlösliche Fette (Lipide) in Cremes und Make-up verwendet. So gut wie jedes Produkt in unserem Bad oder Kosmetiktäschchen beinhaltet Paraffine und Mineralische Öle als Fett-Basis und Füllstoff. Das wohl bekannteste Produkt ist Vaseline, die zu 100% aus Paraffin besteht. Paraffine werden hauptsächlich aus Erdöl gewonnen.

 

 

Keine Wandfarbe, sondern handelsübliche Pflegeprodukte auf einer Folie.

Kleber auf der Haut?
Produkte die Paraffine beinhalten, legen sich wie ein Kleber auf die Haut. Es tritt eine Abdichtung der Haut ein, der sogenannte Okklusiveffekt. Dieser bewirkt, dass die hauteigene Feuchtigkeit nicht mehr entweichen kann, sondern sich aufstaut und unsere erste Hautschicht (Epidermis) aufquellen lässt. Wir nehmen das als vorübergehende Glättung von Fältchen oder Rissen wahr und freuen uns über ein pralleres Hautbild. Diesen “Abdichtungseffekt” benutzen Kosmetikhersteller nur zu gern, da das aufgetragene Produkt eine schnelle Pflegewirkung suggeriert.

Auf diese Weise wird aber die Haut als Organ in ihrem normalen Zyklus gestört. Feuchtigkeit nach außen verdunsten zu lassen ist ein wichtiger Prozess und kann im Gegenzug nicht rückwärts funktionieren.    

Nach 24 Stunden ist der Fettfilm immer noch absoult intakt

Nach 24 Stunden ist der Fettfilm immer noch absolut intakt

Die Haut kann von außen keine Feuchtigkeit aufnehmen, auch wenn die Pflegeprodukte etwas anderes versprechen.
Siehe Werbespruch eines hochpreisigem Produkts, das als Hautbestandteil Paraffine beinhaltet: “Pfirsichmilch, Sheabutter, Lichtnussbaum aus Hawaii und Orangenblüten versorgen sehr trockene Haut mit Feuchtigkeit – ein Wohlfühlbad für den Körper!
(Die gepriesenen Indegrienzen aus der Natur sind tatsächlich nur geringfügig anteilig.)

 

 

INCI Clarins Bodylotion

Warum kann ich nicht aufhören?
Was mit ständiger Paraffinbenutzung passiert, darf man sich wie einen Wasserballon unter der Haut vorstellen. Von Natur aus lässt dieser ständig in kleinen Mengen Wasser nach außen und behält somit seine stabile Struktur. Dieser Wasserballon quillt aber mit abdichtenden Paraffinen über den ganzen Tag auf. Und quillt solange, bis wir die Paraffine mit einem fettlösender Reiniger (Duschgel z.B.) entfernen.
Das aufgestaute Wasser des Tages wird auf einmal und innerhalb von Minuten freigesetzt. Was bleibt zurück?
Eine Haut, die wie ein leerer Ballon aussieht – knitterig, trocken, fahl
.
Das Verlangen sofort nachzucremen ist unumgänglich.

 

Alt und krank statt jung und schön?
Das permanente Aufquellen der äußeren Hornschicht schwächt außerdem die gesamte Hautbarriere. Mit der Zeit bildet die Haut ständig präsente Trockenheitssymptome, sie schuppt, reißt stellenweise auf, spannt und juckt. Desweiteren wird die Schutzwirkung gegenüber Schadstoffen und Mikroorganismen deutlich geschwächt, es entstehen Ekzeme, Hautirritation und Akne, sie wird angreifbar für Erreger.

Neben dem erhöhten Wasserverlust kann zudem Schweiß nicht mehr ungehindert verdunsten. Schweiß ist aber das Kühlsystem des Körpers und für eine stabile Körpertemperatur verantwortlich. Ohne eine normale Schweißverdunstung entsteht Hitzestau, der zwar die sonst fahle Haut hübsch rosig aussehen lässt, aber gleichzeitig kleine Äderchen zum platzen bringt.
Ebenso wird der Talgabfluss und Giftabtransport gedrosselt. Diese wandern dann als Schlacken in die tieferen Hautschichten zurück (beschleunigt Hautalterung) und machen sich in Form von entzündeten Poren (Pickel), verstopften Poren (Mitesser), Unterlagerungen und anderen Krankheitsbildern bemerkbar.

 

Sind Paraffine denn gar nicht pflegend/heilend?
Um das zu beantworten, müssen wir einen kleinen Blick auf den Verwandten des Paraffins werfen: das pflanzliche Öl. Um genau zu sein, dessen ungesättigte Fettsäuren.

Den Begriff “gesättigt” kennt man vielleicht im Zusammenhang mit Speiseölen.
Dabei gelten Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren als die gesündesten. Einfach aus dem Grund, weil solche Öle im Körper noch weiterarbeiten können. Ihre chemischen Strukturen in den Fettsäuren haben freie Verbindungen, an denen sich allerlei weitere Atome und Elemente andocken können. Die Öle können auf diese Weise noch weitere, sinnvolle Arbeitswege im Stoffwechsel erledigen.

Wobei gesättigte Fettsäuren keine freien Arbeitsplätze in ihrer Struktur haben und nur träge sind, reaktionsträge eben. Sie haben keinerlei Nutzen mehr für den Stoffwechsel, außer vielleicht als Energiereserve, besser bekannt als das Fettpolster.

Kohlenstoffkette von Paraffin

So ähnlich beläuft es sich mit den Paraffinen, auch wenn diese keine Fettsäuren beinhalten, sondern einen ganz einfachen chemischen Aufbau. Sie bestehen aus einer langen Kohlenstoffkette (C-C-C…) und an jeder Verbindung sitzt ein Wasserstoffatom (H). Sie sind somit gesättigt und reagieren gar nicht mehr. Das ist der Grund für ihre Beliebtheit in Kosmetika, da sie direkt keinen Schaden anrichten können. Sie verursachen keine allergischen Reaktionen, sie sind mit jedem festen Untergrund gut verträglich und haben keinen Spielraum für überraschende Reaktionen auf der Haut.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie in keinem Sinne mehr reagieren können, auch nicht im Positiven. Sie können von keinem System weiterverarbeitet werden, keine weitere Funktion mehr ausüben, da sie reaktionsträges Material ohne Wirkstoffe sind, das darüber hinaus auch nicht haut-physiologisch (hautähnlich) ist. Organisch gesehen sind Paraffine und Mineralöle totes Gewebe. Dementsprechend sind sie perfekt geeignet für den Einsatz als Maschinenschmiere und Schuhcreme (mehr dazu weiter unten).
Paraffine beinhalten keinerlei pflegende oder regenerierende Wirkung.
Das ist eine Tatsache, keine Theorie.


Warum werden sie dann benutzt?
Durch ihre gesättigten Kohlenstoffketten werden Mineralöle nicht ranzig bzw. anfällig für oxidativen Verfall (durch Kontakt mit Sauerstoff) und sind gegenüber mikrobiellem Abbau stabil. Aufgrund ihrer Reaktionsträgheit sind sie nahezu ewig haltbar, farb-, geruchs- und geschmacksneutral, ungiftig und elektrisch isolierend. Paraffine enthalten im Vergleich zu Naturölen weder Fettsäuren, noch Wirkstoffe oder Vitamine die mit Licht, Luft oder Wärme reagieren könnten. Paraffine lassen sich gut mit anderen Stoffen mischen und sind als solches nicht Allergen. Außerdem sind sie deutlich günstiger als die meisten (oder sogar alle?) alternativen Pflanzenöle.

Das wohl wichtigste Argument für eine Verwendung von Paraffinen ist, dass sie immer eine gleichbleibende “Qualität” gewährleisten können. Paraffine werden unabhängig von Jahreszeiten, Herstellungsregionen, und Umwelteinflüssen in stets der gleichen chemischen Zusammensetzung gewonnen und hergestellt. Eine attraktive und unkomplizierte Kontinuität für eine globale Massenproduktion, die kein pflanzlicher Stoff bieten kann.
Allerdings hat die menschliche Haut andere Bedürfnisse als eine leblose Metalloberfläche.

 

Wo macht der Einsatz von Paraffin Sinn?
In der Medizin  bedient man sich partiell des Okklusiveffekts (Abdichtung der Haut) bei halbdurchlässigen Wundauflagen, die einen vorübergehenden Sauerstoffmangel in der Wunde verursachen. Dies stimuliert die Gefäßneubildung und Gefäßeinsprossung in das Wundgebiet. Es gibt spezielle Produkte, bei welchen der Okklusiveffekt sinnvoll und wünschenswert ist. Beispielsweise Salben welche die Haut an den Händen vor dem Kontakt mit aggressiven und schädlichen Stoffen schützen sollen. Hier baut das Mineralöl eine wirkungsvolle Barriere zwischen Haut und Umwelt. Des Weiteren wird der Okklusiveffekt eingesetzt wenn die Strömungsrichtung des hauteigenen Wassers (das nach außen abdunstet) umgekehrt werden soll um den transepidermale Wasserverlust zu verzögern.
Die Hautverträglichkeit von Paraffinen (im Sinne der Reizbarkeit) ist ausgezeichnet.


Woraus betstehen Paraffine/Mineralöle?
Der gängigste mineralische Rohstofflieferant ist Erdöl, des weiteren Braunkohle, Steinkohle, Torf. Erdöl besteht je nach Herkunft aus 83-87% Kohlenstoff, 11-15% Wasserstoff und bis zu 6% aus Schwefel und Spuren von Sauerstoff, Stickstoff und Metallen.

Erdöl?
Erdöl ist bei seiner Förderung ein komplexes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen (C-H) mit verschieden langen bzw. schweren Kohlenstoffketten (wie oben abgebildet). Das Gewicht eines Moleküls (einer Kohlenstoffkette z.B.) nennt man Molgewicht.

Je nachdem wie schwer die Kohlenwasserstoffe sind, beginnen sie bei unterschiedlichen Temperaturen zu kochen, sie verändern also ihren Zustand von flüssig zu gasförmig. Sie haben demnach unterschiedliche Siedepunkte.

Mittels Hitze und Druck kann man die jeweiligen Kohlenwasserstoffe mit ähnlichen Siedepunkten (also auch ähnlichen Molgewichten) aus dem Rohöl heraustrennen und von Verunreinigungen wie auch Fremdkörpern säubern. Das passiert in einer Raffinerie und dieser Vorgang im ganzheitlichen nennt sich raffinieren.


Wie werden Paraffine aus Erdöl gewonnen?
Der erste Schritt der Raffinierung ist die Destillation. Dabei wird das Erdölgemisch erhitzt und die verschiedenen Fraktionen (Gruppen von Kohlenwasserstoffen mit ähnlichen Siedepunkten) werden aufgefangen.

Die leichtesten Kohlwasserstoffe sind die Gase und haben einen Siedepunkt unter 40°. Sie lösen sich als erstes heraus. Je höher die Temperatur steigt, desto schwerere Kohlenwasserstoffe können gelöst werden. Unsere Gruppe ist die
5. Fraktion mit 20-36 Kohlenstoffatomen  und Siedepunkten von 350°-550°.

 

Wofür werden Paraffine noch verwendet?
Bei der Gewinnung von Paraffinen fallen als Nebenprodukt Paraffinöle an, die weiter zu Weißölen raffiniert werden können, welche als hochwertige Schmiermittel dienen. Man spricht auch gerne von einer “Veredelung” der Paraffinöle, die im Grunde eine weitere Destillation, Hydrierung und Reinigung dieses Öls bedeuten.

Bei Weißöl unterscheidet man zwischen Technischem und Medizinischem Weißöl. Das raffinierte medizinische Weißöl kommt im Pharmabereich, sowie bei der Herstellung von Vaseline zum Einsatz und bildet die Grundlage für nahezu alle Cremes, Salben und Kosmetik auf dem Markt. Weißöle in medizinischer Qualität tragen die Bezeichnung “Paraffinum liquidum” und müssen eine sehr hohe Anforderung an Reinheit und Verträglichkeit erfüllen. Diese enthalten keine Schwefelverbindungen mehr, und keine aromatischen Komponenten (krebserregend, erbgutverändernd) sowie sauer oder alkalisch reagierenden Substanzen. Weißöle sind ebenso Lieferanten für Kunststoffe die lebensmittelecht sein müssen. Paraffinum liquidum wird neben kosmetischen Produkten zu Kerzen, Bohnerwachs, Polituren und Schuhcreme verarbeitet.

Apropos Verwendungsbereiche:
Im Zuge unserer Recherchen hinsichtlich der Preise für raffiniertes Weissöl sind wir auf etwas besorgnisserregende Anwendungsgebiete des Weissöls gestoßen:

“Weißöl WX 15   1L Dose – ADDINOL Weißöle WX 15, 32 und WX 68 sind sorgfältig ausraffinierte Mineralöle. Frei von aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen, da die Aromate krebserregend sind.
ANWENDUNGEN: Für die Textilindustrie z.B. für die Nähmaschinen-Schmierung. Als Holzschutzmittel, alternativ zu biologischen Holzschutzmitteln, da geruchsneutral und hautfreundlich. Als Pflanzenschutz / Spritzmittel gegen Schädlinge, aber auch als Austriebs-Spritzmittel mit sehr guter Wirkung zur Minderung des Frühbefalls sowie gegen überwinternde Stadien von Spinnmilben und Schildläusen an Ziergehölzen, Obst, und Weinreben. Für folgende Schädlinge: Frostspanner, Schildlaus, Sitkafichtenlaus, Spinnmilben. Außerdem für die Pharmazeutische Industrie, Kosmetikindustrie, Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, Chemische Industrie” (Link)

 

Wie finde ich Paraffine in meinem Produkt?
INCI-bezeichnungen sind die international einheitlich verwendeten Namen für Rohstoffe jeder Art. Aufgrund unterschiedlicher Zusammensetzungen, Herstellungsmethoden und verschiedener Verwendungszwecke werden Paraffine unter anderem als hochmolekulares medizinisches Weißöl, Mikrowachs (Mineralwachs), Ceresin (Paraffinwachs), Petrolatum (Vaseline) oder Petroleum angeboten. Die am häufigsten antreffenden INCI sind:

  • Paraffin
  • Paraffinum Liquidum
  • Mineral Oil
  • Petrolatum
  • Ceresin
  • Mikrowachs

Weitere INCI Bezeichnungen für Mineralöle sind:

  • Diisopropyl Adipate
  • Mineral Spirits
  • Isoparaffin
  • Hydrogenated Microcrystaline Wax
  • Isohexadecane
  • Synthetic Wax
  • Paraffinum-Subliquidum
  • Cera Microcristallina
  • Microcrystalline
  • WaxOzokerit
  • Hydrogenated Polyisobutene

 

Überall der gleiche Inhalt

Was ist mit hochpreisigen Cremes?
Hier eine kleine Zusammenstellung von Artikeln die als Hauptbestandteil Paraffine beinhalten. Die Palette reicht von preislich-moderaten Drogerieprodukten bis hin zu High-End Luxusprodukten. Wenn die Paraffine im ersten Drittel der INCI Liste aufgeführt werden ist deren Dosierung recht hoch. Die Inhaltsstoffe werden nach ihrer Konzentration in abnehmender Reihenfolge aufgelistet. Dies gilt für alle Inhaltsstoffe, die jeweils über 1 Prozent des Inhalts ausmachen.

Abgebildete Produkte und ihre INCI’s:
Manhattan Compact Puder (8 Euro), Lidschatten weiß (2 Euro),
Maybelline Mineral Puder (13 Euro), Clarins Body Lotion (40 Euro),
Missha M B.B getönte Tagescreme (aus Japan, 20 US$),
Neutrogena Hand & Nagelcreme (5 Euro),
Lancaster Nachtcremes (85 Euro, 55 Euro),
Lancome rènergie morpholift (87 Euro),
Biotherm wrinkle reducer (55 Euro)

 

Zusammenfassend:
Die Verwendung von Paraffinen und Mineralölen entfacht immer wieder neues Diskussionsfeuer und jede Partei fährt auf mit augenscheinlich schlagenden Pro/Contra Argumenten. Was steckt jetzt aber dahinter, sind die Cremes die in unserem Badschränkchen stehen tatsächlich bedenklich?
Nun es kommt auf die Dosierung an. Wenn man ab und zu seine Haut eincremt, wird sie sicherlich keinen Schaden nehmen und es dankbar annehmen. Etwas ernster wird es wenn man die Haut täglich mit paraffinhaltigen Produkten eincremt (ein oder mehrmals), und wenn der Hautzustand schon so sensibilisiert ist, dass das Einfetten sich zu einer regelrechten Muss-Routine entwickelt hat. Wenn man das tägliche Eincremen über Jahre hinweg praktiziert, dieses mit weiteren silikonhaltigen Kosmetika wie Foundation/Pudern kombiniert, und womöglich mehrere Cremepräparate schichtweise trägt (z.B. Feuchtigkeitsfluid+Tagescreme+Augencreme+Makeup), dann wird das Hautbild recht stark strapaziert und in seinen natürlichen Abläufen gestört.

Bei einigen Menschen können dann die entstandenen Haut-Defizite in Erscheinung treten durch Krankheitsbilder wie: stark fettige oder trockene Haut, Spannungsgefühle, Schuppen, Akneähnliche Erkrankungen, Pickel, Mitesser, Trockenheitsfältchen, Neurodermitische Ausschläge, Juckreiz, Pigmentstörungen, Allergien. Ein über Jahre konstantes Eincremen mit paraffinhaltigen Substanzen, bei welchen das Produkt Tag und Nacht auf der Haut aufliegt, verschlechtert zunehmend das Hautbild und kann tatsächlich weitere tragreiche Konsequenzen mit sich ziehen.

 

Persönliches Fazit:
Wir haben uns wiederholt die Frage gestellt, warum dominieren Paraffine und Mineralöle im bestehenden Markt? Warum wählen die Konzerne einen Stoff, der unsere Haut weder regeneriert, sich noch in die Mechanismen der Haut integrieren kann, bewusst in ihre Rezepturen? Warum werden die positiven Eigenschaften und die Wertigkeit von Mineralölen propagiert als die Pflegekomponente schlechthin, wo es doch so viele andere tatsächlich wirkstoffreiche Alternativen aus der Pflanzenwelt gibt? Da gibt es sicherlich mehrere Gründe.

Masse statt Klasse im glänzenden Goldflakon

Nun, nehmen wir an, man möchte eine gewisse Abhängigkeit gegenüber der verwendeten Pflegereihe schaffen. Das erreicht man beispielsweise dann, wenn das verwendete Produkt die bestehenden Hautdefizite rein oberflächlich lindert. Zudem fühlen sich viele Cremes toll an, machen die Haut weich, pflegen und befeuchten vermeintlich. Aber in den meisten Fällen wird die Ursache für das eigentliche Hautdefizit nicht beseitigt. Somit sichert man sich neben dem “Feel-good” Aspekt den Nachkauf des Pflegeprodukts auch noch Morgen und Übermorgen.

Die Produkte werden (aller Wahrscheinlichkeit nach) mit ausgewählten Inhaltsstoffen bewusst so konzipiert, dass sie schleichend neue Krankheitsbilder und Hautdefizite erzeugen (Irritationen, Akne, Schuppen, trockene Haut, Knitterfältchen usw.). So werden wir dazu unbewusst getrieben noch mehr zu kaufen&cremen und zwar ein Produkt für jedes Krankheitsbild. So steht in unserem Bad schon lange nicht nur die Allzweckcreme. Hinzugekommen sind Tages- und Nachtcremes, Augenpflegecreme, Faltencremes, die Anti-Pickelcremes, Handcremes, Bodylotions, Seren und Masken für den Winter, Peelings, Fuß-Pflegecremes, Lippen-Pflegecremes, Feuchtigkeitsfluids, Cremes für sensible Haut usw.

Jahresumsatz der Kosmetikindustrie im 2010 alleine in Deutschland sind rund 12,8 Milliarden Euro

Bei Frauen geht dann die Liste weiter mit Foundation Make-up, Concealern, Pudern, Rouge und selbstverständlich den dazugehörigen Abschmink-Reinigungsprodukten, die in der Regel nicht nur aus einem Fläschchen bestehen.
Bei dieser Flut an immer wieder nachgekauften Artikeln fließen Unmengen von Geld in die Taschen der Kosmetik-Industrie. Und wenn man sich ehrlich die Frage stellt, was die Konzerne wohl mehr im Sinne haben, den maximalen Umsatz bei minimalstem Einsatz oder das Wohl der Verbraucher, wird die Antwort darauf möglicherweise eine dumpfe Ernüchterung zurücklassen.

 

Und was jetzt?
Wenn nahezu jedes Produkt aus der täglichen Pflegeroutine Paraffine enthält, scheint es schwierig daran etwas ändern zu können. Hier gilt wie bei allen Dingen: vollständiger Verzicht ist ebenso ein Extrem wie dauerhafte Benutzung. Pflege und Kosmetik sollen Spaß machen und sich gut anfühlen, ohne Zwang sich disziplinieren zu müssen. Wir geben euch ein paar Tipps, wie man das eine mit dem anderen verbinden kann:

 

  • Durchbrecht den Zyklus. Wenn ihr nonstop in eurer Tages-, Nachtpflege und Reinigung hautabdichtende Produkte benutzt, wäre es auf jeden Fall ein Durchatmen für eure Haut nachts (oder tags) davon befreit zu sein. Hautabdichtende Stoffe sind alle Paraffinformen, Mineralölderivate und Silikone.
    Entscheidet euch nach der abendlichen Renigung für eine Gesichtscreme ohne diese Stoffe. Ihr müsst dafür keine teuren Produkte kaufen, günstige Naturmarken wie Alverde (dm) oder Terranaturi (Müller) erfüllen diesen Zweck voll und ganz.
    Grundsetzlich dürfen alle Naturprodukte mit einem offiziellen BDIH-siegel keinen der genannten Stoffe verwenden. Ein Produkt mit diesem Siegel erspart eine Kontrolle der INCI-liste.
  • Wascht abends eure Haut mit einer milden Seife – keinem Duschgel/Waschgel, da diese stark austrocknen (auch wenn das Produkt das Gegenteil verspricht).
  • Benutzt Make-up-entferner nach dem Waschen, der öllöslich und paraffinfrei ist (einfaches, pures Mandelöl geht auch). Verwendet immer Make-up-entferner, wenn ihr geschminkt seid, auch wenn ihr “nicht wasserfestes” Make-up benutzt habt und es so aussieht als sei nach dem Waschen alles entfernt. Fast alle Make-up Produkte beinhalten Silikone und weitere wassersunlösliche Stoffe (mehr dazu im nächsten Artikel “Silikone – Plastik zum Cremen”).
  • Wenn ihr feststellt, dass euch diese Reduktion gut tut und gefällt, lässt sich das natürlich ausbauen. Es ist sicherlich sinnvoll eine paraffinfreie Creme auch tagsüber benutzen, solange sie nicht von Sillikon-/Mineralöl-Foundations vollständig überlagert wird (siehe Foto). Im Gegensatz zu manchen Make-up-tutorials ist es nicht notwendig eine Foundation auf dem gesamten Gesicht aufzutragen. Betrachtet euch genau im Spiegel und tragt nur da abdeckende Produkte auf, wo das Abdecken Sinn macht (meistens nur punktuell die Mitte des Gesichtes) und benutzt nur so wenig wie möglich.
  • Versucht den Gebrauch von Bodylotions zu reduzieren. Falls ihr nach jedem Duschen eine paraffinhaltige Bodylotion benutzen müsst, versucht es nur jedes zweite, dritte Mal usw.
    Sollte eure Haut sehr jucken nach dem Duschen, kann es daran liegen, dass sie während dem Duschen durch das schnelle Abtragen der vorherigen Paraffinschicht sehr viel Wasser verloren hat (auch wenn es paradox klingt) und sie außerdem keine Fettschicht mehr schützen kann. Hier ist die Haut auch sehr angreifbar, weil:
  • Konventionelle Duschgels haben keine/kaum rückfettende Öle oder Fette (und wenn doch, sind diese auf Silikonbasis), die uns nach dem Duschen vor schlechten Bakterien, Erregern schützen. Bis der hauteigene Lipidmantel unter diesen Umständen wiederhergestellt ist, dauert es 3-4 Stunden (normalerweise sollte das nach 30 Min. passieren). In dieser Zeit sind die Symptome für den Fett- und Wasseverlust Jucken und Spannen, im Schlimmstfall Ekzeme und Ausschläge. Mildert diese Symptome von vornherein, indem ihr zum Duschen rückfettende Seifen benutzt, bestenfalls Naturmarken ohne chemische Duftstoffe und Zugaben, die die Haut zusätzlich reizen (auch hier gibt es sehr günstige Angebote von Alverde&co.) Haltet es durch, immer öfter ohne Bodylotion auszukommen – die Haut regeneriert sich rasch von dieser Sucht. Oder verwendet paraffinfreie Bodylotions.

 

Falls ihr einige der Tipps umsetzen möchtet, wird es eure Haut euch danken mit weniger Trockenheit und Akne, innerhalb von wenigen Wochen (die Haut bildet sich ca. alle 30 Tagen immer wieder neu). Sie wird dauerhaft und von alleine glatter und reiner. Und das ganz ohne Unsummen für “wertvolle” Kosmetika oder vermeintlich heilende Salben aus der Apotheke ausgegeben zu haben. Steigerung nach oben gibt es immer, aber alles zu seiner Zeit.

Bei Interesse zu dem Thema werft einen Blick auf unsere Quellennachweise an, dort findet ihr viele weiterführende Links. Bleibt neugierig und hinterfragt eure Produkte.

 

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Dieser Artikel wurde anhand der uns zugänglichen Fachliteratur und Informationen aus dem Netz zusammengestellt. Die jeweiligen Quellen sind nachfolgend aufgelistet:

Quellen:

• Chemie für Dummies, Verlag Wiley-VCH, von John T. Moore
• Haut, Haar und Kosmetik, Eine chemische Wechselwirkung – Handbuch für Körperpflegeberufe, Apotheker und Dermatologen, Verlag Hans Huber
• Kosmetik-Inhaltsstoffe von A – Z, von Heinz Knieriemen, AT Verlag
• http://www.kokodirekt.de/deutsch/publikationen/hautschutz/oele-und-fette-in-kosmetischen-produkten-natur-contra-petrochemie-langfassung.html
• http://www.olionatura.de/glossar.php?id=6
• http://www.olionatura.de/faq.php?id=3
• http://www.ourself.de/ringana_naturkosmetik/info_naturoel_mineraloel.htm
• http://www.ourself.de/ringana_naturkosmetik/tankerkatastrophe_im_bad.htm
• http://www.die-aufruehrer.de/index.php?option=com_content&task=view&id=39%20ml
• http://de.wikipedia.org/wiki/Mineralöl
• http://de.wikipedia.org/wiki/Weißöl
• http://de.wikipedia.org/wiki/Paraffin
• http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Wanderer54/Spielwiese
• http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Triglyceride_Structural_Formulae_V.1.png&filetimestamp=20110319175804
• http://www.utopia.de/magazin/kosmetik-mit-mineraloelzusaetzen-taegliche-oelkatastrophe-im-bad-golf-von-mexiko?all
• http://www.duema.ch/wcms/ftp//d/duema.ch/uploads/Gifte%20in%20Kosmetika.pdf
• http://www.oelheld.de/Innovation/weissoele.pdf
• http://eurolub.de/produkte/media/pdfs/pdb/Weissoel_medizinisch_PI_D_.pdf
• http://www.ein-langes-leben.de/index.php?option=com_content&view=article&id=62
• http://www.top-schmierstoffe.de/epages/62143860.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/62143860/Categories/Schmierstoffe/Industrieöle/%22Weißöl%20medizinisch%22
• http://www.neukirch24.de/index.php?lang=DEU&list=2602
• http://www.uke.de/kliniken/hautklinik/downloads/klinik-dermatologie-venerologie/2008-06-19WundzentrumPhysiologie.pdf
• http://www.zeitenschrift.com/magazin/40-kosmetik.ihtml
• http://www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/inhaltsstoffe/fette-und-oele-kohlenwasserstoffe-in-kosmetika.html
• http://www.cosmetic-business.com/index_d.php

Bilder stammen von www.fotolia.de (Aleksandr Doodko, Maria Mitrofanova, Jörg Hackemann, lily, Volodymyr Krasyuk, Denise Betak)

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